Eduard Norden

Altertumswissenschaftler von Weltruf und „halbsemitischer Friese“

Jüdische Miniaturen Bd. 194

Als „halbsemitischen Friesen“ führte 1887 der Bonner Philologe Hermann Usener den Studenten Eduard Norden (1868–1941) bei seinem Berliner Kollegen Diels ein. Norden, Enkel eines Rabbiners und Sohn eines angesehenen Arztes und aktiven Mitglieds der Synagogengemeinde im ostfriesischen Emden, hatte kurz zuvor die Konversion vollzogen. Seine steile akademische Laufbahn als Altertumswissenschaftler und Verfasser maßstabsetzender Werke sollte ihn auf einen der begehrten Lehrstühle der Berliner Universität und bis zum Rektorat führen. Unter dem Eindruck der nationalsozialistischen Rassegesetzgebung musste Norden erleben, wie er zum Bürger zweiter Klasse deklariert und schrittweise aus der wissenschaftlichen Gemeinschaft Deutschlands ausgeschlossen wurde. Am Ende stand der Gang ins Schweizer Exil.

Olaf Schlunke
Eduard Norden
Altertumswissenschaftler von Weltruf und „halbsemitischer Friese“
Sprache: Deutsch
76 Seiten, Broschur
16 Abbildungen
ISBN: 978-3-95565-175-6
8,90 €