Rahel Hirsch

Preußens erste Medizinprofessorin

Jüdische Miniaturen Bd. 24

Rahel Hirsch, 1870 in Frankfurt a. M. geboren, erfuhr zunächst eine pädagogische Ausbildung und wurde Lehrerin. Erst 1898 konnte sie sich den langgehegten Wunsch erfüllen, Medizin zu studieren. Nach Staatsexamen und Promotion erhielt sie eine Anstellung an der Berliner Charité. Vielbeachtete wissenschaftliche Leistungen, insbesondere in der Therapie Innerer Krankheiten, führten schließlich dazu, dass Rahel Hirsch 1913 das Prädikat Professor verliehen wurde - als erster Ärztin in Preussen. Als Professorin der Charité erhielt sie kein Gehalt und musste eine Privatpraxis eröffnen. Ihre Praxis am vornehmen Kurfürstendamm wurde ein Zentrum der Röntgendiagnostik. Nach der Machtergreifung der Nazis war Rahel Hirsch vielen Pressionen ausgesetzt. 1938 floh sie nach England, wo sie mit 68 Jahren eine Anstellung als Laborassistentin fand. Die 1953 in London verstorbene Rahel Hirsch wurde posthum in die "Galerie berühmter jüdischer Wissenschaftler" in Jerusalem aufgenommen. Die Charité vergibt ein Forschungsstipendium "Rahel Hirsch" zur Förderung des Frauenanteils am wissenschaftlichen Personal.

Hedvah Ben Zev
Rahel Hirsch
Preußens erste Medizinprofessorin
Sprache: Deutsch
59 Seiten, Broschur
15 Abbildungen
ISBN: 978-3-933471-82-6
5,90 €