Singvögel und Raben waren auch nicht mehr da

Bericht aus dem Zentrum der Atombombenexplosion

Zum 70. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki

Schwestern bewegten sich wie Samen des Löwenzahns, Nachtwandlerinnen gleich, zwischen ihren am Boden liegenden Kolleginnen, wie Geister zwischen umgeworfenen Grabsteinen. Manche blieben, vielleicht erblindet, stehen, manche bewegten sich orientierungslos auf der Stelle. Keine hatte die Kraft, den anderen zu helfen. Keine weinte oder schrie. Bis gerade waren sie noch in Reih und Glied marschiert, nun waren sie wie Grashüpfer überall verteilt.
Das waren Höllenbilder ohne Höllenlärm.
Das waren Höllenbilder in angstvoller Stille.

Shigemi Ideguchi hat den Atombombenabwurf am 6. August 1945 auf Hiroshima aus nur 500 Metern Entfernung erlebt und überlebt. Er hielt seine Erinnerungen in einem Tagebuch fest. Der Autor schildert nicht nur die Zerstörung von Gebäuden und Natur, sondern auch die Auswirkungen der atomaren Verstrahlung auf Körper und Seelen der Opfer.
Anlässlich des 70. Jahrestages des Bombenabwurfs haben die Enkelin des Autors Rima Ideguchi und ihr Ehemann Fabian Liedtke das Buch ins Deutsche übertragen.Angesichts der zähen Verhandlungen über die Eingrenzung der Verbreitung von Atomwaffen hat dieses Buch nach wie vor nichts an Aktualität verloren.

Aus dem Japanischen von Rima Ideguchi unter Mitarbeit von Fabian Liedtke

 



Shigemi Ideguchi
Singvögel und Raben waren auch nicht mehr da
Bericht aus dem Zentrum der Atombombenexplosion
Übersetzung: Rima Ideguchi
Sprache: Deutsch
120 Seiten, Hardcover
2 Abbildungen
ISBN: 978-3-95565-111-4
16,90 €