Diana Wang

Die versteckten Kinder

Aus dem Holocaust nach Buenos Aires

Translation: Sylvia Carmen Degen
Language: German
348 pages, softcover with (fold-in) flaps
43 illustrations
ISBN: 978-3-942271-72-1
Publication date: 2012
24.90 €

Auf der Suche nach einer neuen Heimat: J├╝dische Kinder nach der Shoah in Argentinien

Diana Wang hat zum ersten Mal dreißig Überlebende der Shoah, die als Kinder nach Argentinien kamen, nach ihren Erinnerungen befragt und diese im vorliegenden Buch versammelt. Ihre Berichte beginnen kurz vor dem Zweiten Weltkrieg und erzählen von unbeschwerten Kindheiten in verschiedenen Ländern Europas, bevor ihr Überlebenskampf in Ghettos, Konzentrationslagern und Verstecken – in Brunnen, auf Dachböden oder in Wäldern – begann. Einige Kinder lebten unter falscher Identität bei – oft katholischen – Familien, die sie als ihre eigenen Kinder oder Angehörige ausgaben. Bis heute berichten sie tief bewegt vom mutigen Handeln ihrer jüdischen und nichtjüdischen Helfer, die ihr eigenes Leben aufs Spiel setzten, um ihres zu retten. 
Nach der Befreiung 1945 begann für alle die mühevolle Suche nach der eigenen Identität, nach überlebenden Angehörigen sowie nach der verlorenen Kindheit. Doch auch in Argentinien wurden sie mit Antisemitismus konfrontiert: Während der Militärdiktatur 1976 bis 1983 waren besonders Juden Repressionen ausgesetzt. In den 1990er Jahren wurden in Buenos Aires die beiden schwersten, antisemitisch motivierten Attentate seit Ende des Nationalsozialismus verübt. 

Aus dem argentinischen Spanisch von Sylvia Carmen Degen 


Diana Wang

geboren 1945 als Tochter von Überlebenden der Shoah in Polen, lebt seit 1947 in Argentinien. Als Psychologin hat sie sich auf Familientherapie spezialisiert. Diana Wang ist Vorsitzende der Gruppe Generaciones de la Shoá en Argentina. Sie hat mehrere Monografien veröffentlicht sowie an zahllosen Büchern, Filmen und internationalen Projekten mitgearbeitet, z. B. in der Survivors of the Shoah Visual History Foundation von Steven Spielberg. Seit 2003 ist sie Mitglied der Beratungskommission der International Federation of Jewish Child Survivors of the Holocaust und organisierte 2004 das erste spanischsprachige internationale Treffen der Generaciones de la Shoá in Buenos Aires.
Einem breiteren Publikum wurde sie 2005 durch ihren Antrag auf Änderung des Eintrags ihrer Religionszugehörigkeit in ihren Einreisedokumenten von 1947 von katholisch in jüdisch bekannt, dem schließlich auch stattgegeben wurde. Laut der geheimen Verordnung Circular 11 aus dem Jahre 1938 war Jüdinnen und Juden die Einwanderung nach Argentinien nämlich nicht erlaubt, so dass Diana Wang 1947 als „Katholikin“ einreisen musste. Im Juni 2005 entschuldigte sich Präsident Kirchner bei der jüdischen Gemeinde Argentiniens – der größten Lateinamerikas – und annullierte die Verordnung. Somit wurde der falsche Eintrag „Katholikin“ nach 58 Jahren geändert. Dieser Fall sorgte in der argentinischen Gesellschaft für einiges Aufsehen und der Akt der Annullierung der Circular 11 besitzt vor dem historischen Hintergrund, dass Argentinien Fluchtziel für viele NS-VerbrecherInnen war (wovon Mengele und Eichmann sicher die bekanntesten Namen sind), während Jüdinnen und Juden die Einreise verweigert wurde, großen symbolischen Wert.