Benjamin Kuntz

Kurt Huldschinsky

"Licht statt Lebertran". Mit Höhensonne gegen Rachitis

Language: German
118 pages, softcover
27 illustrations
ISBN: 978-3-95565-491-7
Publication date: 2021
12.90 €

Jüdische Miniaturen Bd. 282

Kurt Huldschinsky kam am 24. November 1883 im oberschlesischen Gleiwitz zur Welt. Während seiner ersten Jahre als Kinderarzt arbeitete er u. a. am Kaiserin-Auguste-Victoria-Haus in Berlin sowie an der Universitäts-Kinderklinik in Wien. Nach dem Ersten Weltkrieg war er bei Konrad Biesalski am Berliner Oskar-Helene-Heim tätig. Hier erbrachte er als Erster den Nachweis, dass die Bestrahlung mit künstlichem UV-Licht („Höhensonne“) bei Kleinkindern die Knochenkrankheit Rachitis heilen kann, die zumeist durch Vitamin-D-Mangel ausgelöst wird. Für diese bahnbrechende Entdeckung und seine weiteren Forschungen zur Prävention und Therapie der Rachitis wurde Huldschinsky 1926 mit dem Otto-Heubner-Preis der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde geehrt. Sogar für den Medizinnobelpreis schlug man ihn vor. Als Jude musste er 1933/34 vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen. Zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter emigrierte er nach Ägypten, wo er am 31. Oktober 1940 in Alexandria starb.



Benjamin Kuntz

geboren 1985, aufgewachsen im niedersächsischen Vechta. Studium der Gesundheitskommunikation und der Gesundheitswissenschaften an der Universität Bielefeld. Dort 2014 Promotion zum „Doctor of Public Health“. Seit 2011 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin tätig, seit 2021 im Museum des RKI. Seit 2020 zudem wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, aktuell im Projekt „GeDenkOrt.Charité – Wissenschaft in Verantwortung“. Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS), der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) sowie der Berliner Gesellschaft für Geschichte der Medizin.