Stefanie Oswalt

„Uns brennt der Boden unter den Füßen…“

Eine jüdische Familie zwischen Berlin, Santiago de Chile und dem Ghetto Litzmannstadt

Language: German
224 pages, softcover with (fold-in) flaps
30 illustrations
ISBN: 978-3-95565-766-6
Publication date presumably 05/2025
24.00 €

Anfang 1939 flüchtet Rudi Pincus, ein 21-jähriger Optikergeselle aus Berlin vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Chile. Seine Eltern erhalten keine Visa und müssen zurückbleiben. Von nun an ist die Familie nur noch durch Briefpost miteinander verbunden. Als die Eltern im Oktober 1941 ins Ghetto Litzmannstadt deportiert werden, reißt die Korrespondenz ab.
Jahrzehnte später stoßen die Enkel auf die Briefe von damals. Sie beginnen, Herkunft und Schicksal der ermordeten Großeltern zu rekonstruieren. Es gelingt, die Wurzeln der Familie bis ins frühe 19. Jahrhundert zurückzuverfolgen. Besonders wichtig aber ist die Korrespondenz. Sie veranschaulicht die Herausforderungen und Hoffnungen, die Selbstbehauptung und die Verzweiflung der Familie angesichts der zunehmenden Bedrohung. Erstmals werden Wertvorstellungen und Persönlichkeiten der Vorfahren fassbar.
„Bin ich ein Überlebender?“, fragen sich die Nachkommen, eine Frage, die angesichts des weltweit wieder zunehmenden Antisemitismus eine vielschichtige Aktualität gewonnen hat.



Stefanie Oswalt

studierte in Köln, London und München Geschichte und Literaturwissenschaft. Promotion in Jüdischen Studien an der Universität Potsdam. Sie arbeitete u. a. am Moses-Mendelssohn-Zentrum für europäisch-jüdische Studien. Seit 2000 freie Hörfunkjournalistin und Publizistin. Diverse Buchveröffentlichungen zur Zeitgeschichte.

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