Philipp Sonntag (Hg.)

Charakter, Zorn und Widerstand

Child Survivors aus Expertensicht

Sprache: Deutsch
96 Seiten, Broschur
0 Abbildungen
ISBN: 978-3-95565-230-2
Erschienen: 2017
12,90 €

„Bittere Vergangenheit! – Bessere Zukunft?“, Band 3

Sind Child Survivors besonders sensibel oder gar übersensibel, eigensinnig, kämpferisch oder resignierend im Vergleich zu anderen Vertretern ihrer Generation? Inwiefern engagieren sich Child Survivors gesellschaftlich und persönlich in ihrem Umfeld bzw. wie kann man sie dabei unterstützen? Dieser Band ist den Erfahrungen im Umgang mit Child Survivors gewidmet. Experten im weitesten Sinne – Wissenschaftler, Sozialbetreuer, Aktivisten, Familienangehörige der sog. 2. und 3. Generation (Kinder und Enkelkinder), Multiplikatoren, Literaten, Historiker, Politiker sowie einige Child Survivors selbst – versuchen, diese Fragen zu beantworten.

Inhalt:

Engagement des Weltverbandes der Child Survivors 
Max Arpels Lezer

„Wut mit einem Schuss Angst“
Interview mit Avner Shalev

Vom Ringen um die Entschädigung jüdischer Kinderüberlebender
Rüdiger Mahlo

Überlebt ja, aber gelebt?
Yochanan Ron Singer

Respekt, Umgangsformen und Therapie
Martin Auerbach und Natan P. F. Kellermann

Gegenwartsbewältigung
Lukas Welz

Psychosoziale Betreuung von Shoah-Überlebenden
Janine Cunea

Reaktion auf die Vielfalt der Hilfsbedürftigen
Dalia Wissgott-Moneta

Panikattacken und Panikbegleitung
Eva Nickel

Der Holocaust im Unterricht
Gerhard Baader und Philipp Sonntag


Philipp Sonntag

geboren 1938 in Halle/Saale. Seine Eltern lebten in einer „Mischehe“, eine geplante Emigration misslang. Seine Mutter versuchte durch Suizid ihre Kinder zu retten. Dies schien möglich, indem der Vater eine „arische“ Frau heiratete. Nach einer schwierigen Jugend studierte Philipp Sonntag Physik und Politische Wissenschaften in München, mit dem Ziel, sich gegen Krieg und Gewalt zu engagieren. Von 1964 bis 1978 war er Mitarbeiter von Carl-Friedrich von Weizsäcker. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit der Berechnung von möglichen Atomkriegsfolgen in Deutschland. Von 1979 bis 1986 untersuchte er als Mitarbeiter von Karl Deutsch Rüstungsfolgen und Eskalationsdynamiken. Danach war er in der Industrie mit Innovationsförderung und -politik befasst, so als Evaluator für die EU.