Sunhild Pflug

Dr. med. Else Weil

Auf den Spuren von Kurt Tucholskys Claire aus "Rheinsberg"

Sprache: Deutsch
64 Seiten, Broschur
17 Abbildungen
ISBN: 978-3-938485-69-9
5,90 €

Jüdische Miniaturen Bd. 67

Im Spätsommer des Jahres 1911 reiste ein junges Paar ein Paar von Berlin aus in das märkische Provinzstädtchen Rheinsberg. Der junge Mann hieß Kurt Tucholsky, die Frau an seiner Seite Else Weil. Ihr setzte Tucholsky wenige Monate später mit seiner kleinen Sommererzählung "Rheinsberg; Ein Bilderbuch für Verliebte" ein literarisches Denkmal. Das Leben der jüdischen Ärztin Else Weil, von Freunden liebevoll Claire Pimbusch genannt, lässt sich nur noch bruchstückhaft rekonstruieren. Die Tochter eines Kaufmanns und einer Lehrerin wuchs in einem liberal gesinnten Berliner Elternhaus auf. Nach der schulischen Ausbildung begann sie ein Medizinstudium an der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. 1917 gehörte sie laut Statistik zu jenen neunzig Frauen, die in Deutschland erfolgreich approbiert worden waren. Die wenigen noch erhaltenen Erinnerungen und Dokumente geben Auskunft über den Weg einer "bezaubernden Frau", wie sie die Schriftstellerin Gabriele Tergit beschrieb, die Freunde, Bekannte und Kollegen gleichermaßen mit ihrer lebensfrohen Art für sich gewinnen konnte. Else Weils Biografie spiegelt ein wechselvolles deutsch-jüdisches Einzelschicksal wider, das exemplarisch für die Katastrophe des 20. Jahrhunderts steht und schmerzlich an die brutale Diktatur der Nationalsozialisten erinnert.