Maria Heiner, Sigrid Jacobeit (Hg.)

Eine Hommage an den Menschen

Zum künstlerischen Schaffen von Lea Grundig (1926–1977)

Sprache: Deutsch
264 Seiten, Broschur
100 Abbildungen
ISBN: 978-3-95565-661-4
Erscheint vorauss. 11/2024
29,00 €

Lea Grundig gehört trotz zahlreicher Ausstellungen im In- und Ausland zu den noch immer relativ unbekannten Künstlerinnen. Ihr umfangreiches Oeuvre mit insgesamt 4.200 Handzeichnungen, Radierungen, Linolschnitten, Lithografien, Aquarellen, Illustrationen und Skizzen entstand größtenteils in ihrer Geburtsstadt Dresden. 

Die Jüdin und Kommunistin arbeitete gemeinsam mit ihrem Mann Hans Grundig bis zu ihren Inhaftierungen unter den Bedingungen der Verfolgung und Angst, aber auch der materiellen Not. Ihr künstlerisches Interesse galt Menschen in unterschiedlichsten Situationen. Sie porträtierte eine Vielzahl von Frauen, Männern und Kindern. Doch ihr Werk bildet auch zahlreiche Bereiche des Lebens ab: die Natur, die Arbeitswelt, die Liebe, vor allem aber auch den sich früh ankündigenden NS-Terror, die Shoah und ihre Folgen. Damit ist Lea Grundig eine der ersten warnenden Künstlerinnen, sind u. a. ihre Zyklen „Unterm Hakenkreuz“, „Krieg droht“ und „Der Jude ist schuld“ einzigartige authentische Zeitzeugnisse. In diesem Kontext widmete sich ein Forschungsprojekt am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin der Künstlerin.

Mit Beiträgen von Maria Heiner | Sigrid Jacobeit | Rina Offenbach | Anna Schlotmann | Grit Schorch | Andreas Wessel | Funda Yasar



Maria Heiner

geboren 1937 in Döbeln/Sachsen, Studium der Humanmedizin in Leipzig und Dresden, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Promotion Dr. med., ärztliche Tätigkeit in verschiedenen Gesundheitseinrichtungen von Dresden, Studium der Gesundheitswissenschaften mit Magisterabschluss, MPH, seit 1963 Bekanntschaft und Freundschaft mit Lea Grundig, später ärztliche Betreuung der Künstlerin. In den 1970er Jahren Beginn der Sammeltätigkeit von Kunst der Moderne, 1974 bis 1977 Mitarbeit am Werkverzeichnis der Künstlerin, ab 2008 erneute Arbeit am Werkverzeichnis. Seit 2010 Anlegen einer Sammlung erster hebräischer Kinder- und Jugendbücher, die Lea Grundig im Exil illustrierte. Kuratieren von Ausstellungen des graphischen Werkes von Hans und Lea Grundig aus eigener Sammlung.

Sigrid Jacobeit

studierte, promovierte und habilitierte an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2002 Ernennung zur Honorarprofessorin. Seit 1986 lehrt sie an der Humboldt-Universität zu Berlin, übernahm zudem Lehraufträge in Luxemburg, Jena und Zürich. Von 1992 bis 2005 war sie Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Zahlreiche Veröffentlichungen.

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