Wolf Gruner

Gedenkort Rosenstraße 2–4

Internierung und Protest im NS-Staat

Sprache: Deutsch
88 Seiten, Klappenbroschur
20 Abbildungen
ISBN: 978-3-95565-001-8
Erschienen: 2013
9,80 €

Topographie des Terrors. Notizen, Band 6

In der Rosenstraße 2–4 errichtete die Jüdische Gemeinde 1905 ein großes Verwaltungs­gebäude, das später unter anderem das Wohlfahrts- und Jugendamt beherbergte. Im Februar 1943 verhaftete die Gestapo über Zehntausend jüdische Berliner meist an ihren Zwangs­arbeits­plätzen. Im Gebäude Rosenstraße 2–4 hielt die Gestapo etwa 2.000 Menschen, die nach der NS-Rassengesetzgebung in "Mischehe" lebten, bis zu zwei Wochen lang fest, um ihren Status zu überprüfen und unter ihnen Fachpersonal als Ersatz für zu deportierende Mitarbeiter jüdischer Einrichtungen auszuwählen.
Vor dem Haus versammelten sich damals viele Verwandte der Internierten, tagelang. Dass dabei die Freilassung der Festgehaltenen gefordert wurde, fand in den letzten zwei Jahrzehnten in der deutschen und internationalen Öffentlichkeit Beachtung und Würdigung. Seit den 1990er Jahren erinnern ein Denkmal sowie zwei Litfaßsäulen mit historischen Bild- und Textdokumenten in der Nähe des im Krieg zerstörten Gebäudes an die Ereignisse. 
Wolf Gruner erklärt die damaligen Geschehnisse und schildert die Erinnerung an diese seit dem Kriegsende. Der Band wird ergänzt durch einen Zeitzeugenbericht von Ruth Gross.



Wolf Gruner

Geschichtsstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin von 1984 bis 1989. 1994 Promotion am Zentrum für Antisemitismusforschung, Technische Universität Berlin; 2006 Habilitation an der Technischen Universität Berlin. Lehraufträge an der TU Berlin, als Gastprofessor an der Webster University, St. Louis, und deren Campus in Wien. Post-doc fellowships u. a.: Yad Vashem, Jerusalem; Tokyo Woman’s Christian University; US-Holocaust Memorial Museum, Washington, und Harvard University, Cambridge, MA. Anfang 2004 bis Ende 2007 Mitherausgeber der Quellenedition zur "Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden" am Institut für Zeitgeschichte, Abt. Berlin. Seit 2008 Shapell-Guerin Chair in Jewish Studies und Professor für Geschichte an der University of Southern California, Los Angeles; dort seit 2010 Leiter des interdisziplinären Forschungsclusters "Resisting the Path to Genocide".