Günter Raphael

Ein Komponistenschicksal

Jüdische Miniaturen Bd. 204

Der Komponist Günter Raphael (1903–1960) erhält bereits 1926, mit 23 Jahren, eine Dozentenstelle am Konservatorium Leipzig. Seine 1. Sinfonie wird von Wilhelm Furtwängler uraufgeführt. Die nationalsozialistische Gesetzgebung führt 1934 zu seiner Kündigung, begründet mit der jüdischen Herkunft seines Vaters. Emigrationsversuche scheitern, er wird bis zum ausnahmslosen Berufs- und Aufführungsverbot 1939 eingeengt. Eine Tuberkuloseerkrankung mit lebensbedrohlichen Rippenfellentzündungen hindert die SS mehrfach daran, ihn abzuholen, er überlebt das Kriegsende. Nach Operationen und Sanatoriumsaufenthalten gilt er ab 1952 als geheilt und kann sich an Hochschulen bewerben. Zwei Jahre vor seinem Tod, 1958, wird er zum Professor an der Musikhochschule Köln ernannt. Er hinterlässt rund 300 Kompositionen für Orchester, Klavier, Orgel, Streich- und Blasinstrumente sowie Kammermusik und Vokalwerke, von denen viele vom Rundfunk eingespielt und im In- und Ausland aufgeführt wurden. 



Fredrik Pachla
Günter Raphael
Ein Komponistenschicksal
Sprache: Deutsch
80 Seiten, Broschur
28 Abbildungen
ISBN: 978-3-95565-198-5
8,90 €