Zahava Szász Stessel

Schneeblumen

Überleben im KZ Buchenwald-Außenlager Markkleeberg

Sprache: Deutsch
432 Seiten, Klappenbroschur
26 Abbildungen
ISBN: 978-3-95565-445-0
Erschienen: 2021
24,90 €

Die 14-jährige jüdische Ungarin Zahava Szász Stessel und ihre Schwester Hava werden 1944 im KZ Auschwitz fälschlicherweise für Zwillinge gehalten, die routinemäßig für den SS-Arzt Josef Mengele ausgewählt werden. Als dieser Fehler bemerkt wird, werden die beiden Schwestern über das KZ Bergen-Belsen in das KZ Buchenwald-Außenlager Markkleeberg bei Leipzig geschickt, wo sie in der Rüstungsindustrie für die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke Zwangsarbeit leisten müssen. Am 13. April 1945 werden die entkräfteten Frauen auf einen Todesmarsch Richtung Theresienstadt getrieben, dem sie und ihre Schwester unter dramatischen Umständen bei Dresden entkommen.

Zahava Szász Stessel schildert die kräftezehrende Zwangsarbeit, die Erniedrigung und den Alltag im Lager unter SS-Bewachung und erzählt zugleich, wie selbst hier Menschlichkeit und Solidarität nicht vollkommen ausgelöscht werden konnten – wie „Schneeblumen“ unter Eis und Schnee.

Das Buch enthält neben historischen Dokumenten auch eine Übersicht über alle im Lager Markkleeberg inhaftierten Frauen.

„Ich bin Nummer 50226 und meine Schwester, die sich unter den Anwesenden befindet, ist Nummer 50225 auf der Liste der ungarischen jüdischen Frauen, die als Arbeitssklaven aus Bergen-Belsen kommend am 8. Dezember 1944 im Lager Markkleeberg der Junkers-Werke eintrafen. Es ist für mich überwältigend, hier zu sein, nach all den Jahren, in denen ich versuchte, die Vergangenheit zu verdrängen. Meine Rückkehr fiel mir nicht leicht. [...] Indem ich hier bin, ehre ich meine ehemaligen Mitgefangenen, mit denen ich zusammen von Freiheit und einer besseren Welt träumte.“ Aus der Rede von Zahava Szász Stessel zur Einweihung des Gedenksteins am ehemaligen KZ Buchenwald-Außenlager Markkleeberg am 13. Juni 1998


Herausgegeben von Notenspur Leipzig e.V. 



Zahava Szász Stessel

geboren 1930 in Abaujszánto (Ungarn), wurde im Dezember 1944 in das KZ-Außenlager Markkleeberg bei Leipzig deportiert. Im April 1945 entkam sie einem Todesmarsch. Nach einer Odyssee durch mehrere Länder und Lager erreichte sie im August 1947 Israel, wo sie ihren späteren Mann kennenlernte, mit dem sie schließlich in die USA ging. Sie arbeitete über 15 Jahre lang an der New Yorker Stadtbibliothek und promovierte 1991 an der New York University. Sie hat zahlreiche Artikel und zwei Bücher über ihre Erfahrungen geschrieben. 

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