Kalman Segal

(Sanok 1917 – Jerusalem 1980), jüdisch-polnischer Lyriker, Schriftsteller, Radiojournalist und Philosoph. Er überlebt den Holocaust im Lagersystem der Sowjetunion und kehrt 1946 ins kommunistische Polen zurück, von wo er gleich vor dem Antisemitismus nach Österreich flieht. 1948 kehrt er nochmals zurück, weil er sich dem Erhalt der Yidishkayt und der jüdischen Sprache in Polen widmen will, und feiert bald als Schriftsteller große Erfolge. Die antisemitische Hetze nötigt ihn 1969 zur Emigration nach Israel. Dort kann er als polnischer Exilschriftsteller nur mühsam Fuß fassen und schreibt schließlich wieder auch jiddische Lyrik, mit der einst seine literarische Laufbahn in Österreich begann. Segal hält an dem Glauben an das Gute im Menschen fest und vereint auf existenzielle und einzigartige Weise kantische Vernunft mit jüdischer Ethik.

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