Cover von Die Dritte Generation. Der Holocaust im familiären Gedächtnis The Third Generation. The Holocaust in Family Memory

Die Dritte Generation. Der Holocaust im familiären Gedächtnis The Third Generation. The Holocaust in Family Memory

Ausstellung vom 18. September 2024 bis 16. März 2025 im Jüdischen Museum Wien und vom 9. April 2025 bis 1. März 2026 im Jüdischen Museum München
Achtzig Jahre nach dem Holocaust sterben heute die letzten Zeitzeug:innen. Ihre Geschichte, aber auch ihr Trauma haben sie an ihre Kinder und Enkelkinder weitergegeben. Während die Zweite Generation mit den psychischen und physischen Verletzungen ihrer Eltern aufwuchs, blickt die Dritte Generation aus einer größeren zeitlichen Distanz auf die Familiengeschichte, in der Erinnerung und Schweigen, Familienmythen und -geheimnisse, erdrückendes oder fehlendes Familienerbe allgegenwärtig sind.
Die Publikation zur Ausstellung „Die Dritte Generation. Der Holocaust im familiären Gedächtnis“ erkundet verschiedene Strategien zum Umgang mit vererbtem Trauma und die schwierige Auseinandersetzung mit der Last der Familiengeschichte. Die Beiträge diskutieren biographische sowie künstlerische Bewältigungsversuche der Generationen nach der Schoa und zeigen die Gemeinsamkeiten einer über die Welt verstreuten heterogenen Gruppe.

Mit Beiträgen von Barbara Agnese | Sabine Apostolo | Noa Arad Yairi | Elisabeth Brainin und Samy Teicher | Isabel Cout | Jutta Fleckenstein | Mirjam-Angela Karoly | Gabriele Kohlbauer-Fritz | Cilly Kugelmann und Yuval Schneider | Katja Petrowskaja | David Slucki | Barbara Staudinger | Marianne Windsperger
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Titel
Die Dritte Generation. Der Holocaust im familiären Gedächtnis The Third Generation. The Holocaust in Family Memory
Verlag
Hentrich und Hentrich Verlag Berlin
ISBN
978-3-95565-673-7 9783955656737
Erschienen
2024
Bindung
Broschur
Seiten
324
Abbildungen
103 (Farbabb.)
Format
21 × 27 cm (B × H)
Sprache
Englisch, Deutsch

Pressestimmen

Mit dem Sterben der letzten Überlebenden wird die Bewahrung des kulturellen Gedächtnisses zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe. Die nachfolgenden Generationen können zwar die Zeitzeug:innen nicht ersetzen, ihre spezifischen Erfahrungen und Perspektiven, die sie in den öffentlichen Diskurs einbringen, verbinden jedoch die Vergangenheit mit der Gegenwart und haben damit eine entscheidende Rolle im Erinnerungsprozess. Die Ausstellung füllt eine wichtige Lücke, indem sie erstmals umfassend die Perspektiven der Nachfolgegenerationen des Holocaust in den Mittelpunkt rückt und die Frage nach den Nachwirkungen der Schoa heute stellt. Hagalil, 16. September 2024 

Der vorliegende Band, in gewohnt hervorragender Editionsqualität in Wort & Bild, umfasst einen Essay- wie Katalogteil, die aus verschiedensten Perspektiven Einblicke in persönliche Erfahrungen, familiäre wie gesellschaftliche Gedächtnismodelle, wissenschaftliche Studieneinblicke und künstlerische Zugänge öffnen und so den sehr zu empfehlenden Ausstellungsrundgang vertiefen und weitere Reflexion zulassen. literatur outdoors, 2. Oktober 2024 

Wissen, woher man kommt Wie tragen die Enkel der Schoa-Überlebenden ihre Geschichte weiter? Das Jüdische Museum in Wien zeigt, wie aus Erinnerung Geschichte wird. taz, Klaus Hillenbrand, 2. Oktober 2024 

Bemerkenswert auch, wie das Buch den 7. Oktober 2023 reflektiert. Die israelische Künstlerin Noa Arad Yairi berichtet, wie das Massaker ihr Engagement gegen die Diskriminierung von Palästinenser:innen in Israel zeitweise ins Wanken bringt. Die Psychoanalytiker:innen Elisabeth Brainin und Samy Teicher beschreiben den 7. Oktober als 'eigenes Trauma' der Enkel Überlebender: Die teils antisemitischen Protestwellen in vielen Ländern nach der Hamas-Attacke 'machen der Dritten Generation klar, dass sie einer Minderheit angehört, die weltweit mit Hass, Wut und Vernichtungswillen rechnen muss'. Ursula Rüssmann, Frankfurter Rundschau, 8. November 2024 

Der hervorragend gestaltete deutsch- und englischsprachige Katalog erschien im Verlag Hentrich & Hentrich. Über 300 Seiten dick, bietet er aufgrund seiner offenen Fadenheftung dennoch einen hohen Lesekomfort. Im hinteren Teil werden die Exponate auf weißem Hochglanzpapier durch sehr gut aufgelöste Bilder, Zitate sowie Texte, verfasst von einem Ausstellungsteam aus Wien und München, vollumfänglich vorgestellt. Julia Roos, HSozKult, 30. November 2024 

Gibt es eine 'Dritte Generation'? [...] Hinter dem scheinbar klaren Begriff steckt eine schier unüberblickbare Fülle an Erfahrungen: Diese Generation ist verstreut über den Planeten, und ihre Familiengeschichten sind – obwohl alle mit dem Holocaust verknüpft – vielfältig. Kreuzer (Logbuch), März 2025

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