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Die Geburt des palästinensischen Flüchtlingsproblems
Eine Neubetrachtung
Pressestimmen
„[D]ies dürfte die bei weitem seriöseste und umfassendste Studie zu einem Problem sein, dessen weitreichende Auswirkungen nur allzu gut bekannt sind.“ Middle Eastern Studies
„Bei seiner Veröffentlichung im Jahr 1988 war ‚Die Geburt des palästinensischen Flüchtlingsproblems‘ die erste ernsthafte Darstellung eines der zentralen Themen des israelisch-palästinensischen Konflikts. In der überarbeiteten Ausgabe, die nach der Öffnung der israelischen Staatsarchive für diesen Zeitraum erschienen ist, werden die tatsächlichen Ereignisse hinter der Flucht der Palästinenser aus Jerusalem, Jaffa und Haifa detaillierter untersucht.“ Jewish Chronicle
Benny Morris zählt zu den Neuen Historikern Israels und hat eine kritische Geschichtsschreibung des Zionismus begonnen. Ein Gespräch über verdrängte Wahrheiten, den Mythos des jüdischen 'Landraubs' – und die Eskalation im Nahen Osten. Benny Morris im Gespräch mit Tania Martini, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Juni 2025
Der israelische Historiker Benny Morris hat in seinem kürzlich auf Deutsch erschienenen Buch Die Geburt des palästinensischen Flüchtlingsproblems. Eine Neubetrachtung herausgestellt, dass es zwar keinen Masterplan gab, die palästinensische Bevölkerung zu vertreiben, dies aber in den meisten Fällen die praktizierte Politik war. So wurden in den Jahren 1948/49 etwa 400 arabische Dörfer und Städte entvölkert, ganz oder teilweise zerstört und unbewohnbar gemacht. Thomas Speckmann, Die ZEIT, 9. Juli 2025
Eine monokausale Erklärung ist für Morris in Bezug auf die meisten Regionen unhaltbar. Angst vor dem Krieg, wirtschaftliche Not, Demoralisierung der Bauern und Arbeiter angesichts einer bereits im Ausland lebenden Oberschicht, Drohungen und Gewalt von jüdischer Seite, aber auch Aufforderungen von arabischen Führern zur Flucht – all diese Faktoren spielten dabei Morris zufolge eine Rolle. In vielen Fällen seien die Araber geflohen, bevor ihnen tatsächlich Gewalt angetan werden konnte. Trotzdem ist für Morris klar: Freiwillig war ihr Exodus keinesfalls – das Wort 'Vertreibung' könne 'mit Fug und Recht' dafür gebraucht werden. Umso mehr, als Rückkehrende davon abgehalten wurden, sich wieder innerhalb der israelischen Grenzen anzusiedeln. Larissa Kunert, Tagesspiegel, 21. Juli 2025
Endlich liegt eine deutsche Ausgabe von ihr vor. [...] Man hat es mit der bislang ausführlichsten und genausten Darstellung zum Thema zu tun, ergänzt um neue Erkenntnisse aus erst später zugänglichen historischen Quellen. Blickt man allein in die Fußnoten von Morris, dann veranschaulichen diese die Breite seiner Untersuchung. Armin Pfahl-Trughber, Hagalil, 20. August 2025
Wer die Vorgeschichte dieser Entwicklung verstehen will, sollte zu Benny Morris’ Büchern greifen. Zwei Standardwerke des emeritierten Professors für Geschichte an der Ben-Gurion-Universität des Negev liegen mittlerweile auch auf Deutsch vor. Ihre Themen sind eng miteinander verflochten: In '1948' geht es um den ersten arabisch-israelischen Krieg 1948, der auf den arabisch-jüdischen Bürgerkrieg von 1947 folgte. 'Die Geburt des palästinensischen Flüchtlingsproblems' behandelt die Folgen aus diesen Auseinandersetzungen, für die bis heute keine nachhaltige Lösung gefunden worden ist. Thomas Speckmann, NZZ, 23. August 2025
Mag es also auch eine Illusion sein, darauf zu hoffen, dass Benny Morris' faktengesättigtes Buch die Mythen auf beiden Seiten nachhaltig zu zerschlagen vermag – diese Studie gehört in die Hand eines jeden, der sich bei diesem Thema zum Mitreden motiviert findet. Marko Martin, Deutschlandfunk, 1. September 2025
In dieser Untersuchung des palästinensischen Exodus, der 'Nakba' von 1948, zeigte der Historiker, dass es während der Staatsgründung Israels durchaus zu Vertreibungen von Palästinensern kam - ein Fakt, den die offizielle zionistische Geschichtsschreibung bis dahin leugnete. Perlentaucher, 8. September 2025
Morris' Buch beeindruckt insbesondere wegen seiner komplexen, sich jeder Reduktion verweigernden Argumentation bei der Erörterung der Flucht- und Vertreibungsbewegungen. Das Buch stellt keinen Revisionismus in dem Sinne dar, dass es israelische Vertreibungen von und Gräuel sowie Gewalttaten (einschließlich Vergewaltigungen, Plünderungen, Morden) an den Arabern leugnen würde. Indem der Verfasser die Ereignisse detailliert und kleinteilig beschreibt, zwingt es den Leser hingegen, die Vielfalt, die Komplexität und die Widersprüchlichkeit der Ereignisse sowie die Notwendigkeit von Differenzierungen anzuerkennen. Franz Sz Horváth, literaturkritik.de, 9. September 2025
Geschichte ist höchst selten monokausal, das zeigt Morris auch an der Genese der Fluchtbewegungen. Dabei ist ebenso zu beachten, wie lokal die arabischenstämmigen Menschen dachten. Ein arabischer Nationalismus verfing bei wenigen, sie fühlten sich nicht als Nation. Auch das gehört zur Wahrheit. Kennt man diese – und länger zurückliegende – Wurzeln des Nahostkonflikts, begreift man dessen Komplexität. Tobias Prüwer, kreuzer Logbuch, September 2025
Nun ist Morris' Werk, überarbeitet und ergänzt um Forschungsergebnisse aus israelischen Militärarchiven, erstmals auf Deutsch erschienen – 800 Seiten, die eine geradezu provozierend differenzierte Antwort auf eine Schlüsselfrage des Nahostkonfliktes geben. Sonja Zekri, Süddeutsche, 7. Oktober 2025
Morris konnte jetzt in Israel Archive nutzen, die bisher verschlossen waren (vergleichbare arabische Archive sind immer noch nicht zugänglich): Tagebücher, Sitzungsprotokolle des israelischen Kabinetts 1948/49, Militärakten. Freigegeben wurden laut Morris 100.000 Dokumente, 'ein wahrer Segen für Historiker'. Sein Blick auf den jüdischen Nationalismus der zionistischen Gründungsväter von Theodor Herzl über Chaim Weizmann bis David Ben Gurion ist nicht nur historisch erhellend. Er entschlüsselt auch die Gegenwart. Jutta Roitsch, bruchstücke, 7. Dezember 2025
Sein Blick auf den jüdischen Nationalismus der zionistischen Gründungsväter von Theodor Herzl über Chaim Weizmann bis David Ben Gurion ist nicht nur historisch erhellend. Er entschlüsselt auch die Gegenwart. Jutta Roitsch, textor.online, 03. Januar 2026
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