Cover von Die H. Kori GmbH

Die H. Kori GmbH

Eine Berliner Ofenbaufirma und der nationalsozialistische Massenmord

von Annegret Schüle (Hg.)

Als Lieferant für Leichenverbrennungsöfen übernahm das Berliner Unternehmen H. Kori GmbH eine wichtige Rolle in der Organisation des nationalsozialistischen Massenmordes. Der Sammelband bietet erstmals eine Rekonstruktion der Firmengeschichte und der Mittäterschaft der H. Kori GmbH in den „Euthanasie“-Anstalten und Konzentrationslagern. Die Beiträge argumentieren aus kultureller, betriebsgeschichtlicher, technischer, bauhistorischer und erinnerungspolitischer Perspektive. Die Erkenntnisse zu J. A. Topf & Söhne werden vergleichend einbezogen. Das Buch versteht sich als Angebot für die Forschungs- und Bildungsarbeit an den KZ- und „Euthanasie“-Gedenkstätten. Gleichzeitig wird es Impuls für die Diskussion in Berlin über den Umgang mit dem ehemaligen Firmengelände in der Dennewitzstraße 35 sein.


Inhalt

Annegret Schüle: Die Kultur der Feuerbestattung und das Verbrechen der Leichenverbrennung im Nationalsozialismus

Susanne Zielinski: „Verbrennungsöfen für Abfälle aller Art“. Zur Geschichte der H. Kori GmbH

Axel Drieschner: Von der Abfallbeseitigung zur Feuerbestattung: Heinrich Koris verbrennungstechnisches Programm

Barbara Schulz: Leichenverbrennungsöfen der H. Kori GmbH für „T4“-Anstalten und Konzentrationslager: Technologie, Genese und Verbreitung 

Annegret Schüle, unter Mitarbeit von Sophie-Marie Hohmann: Neue Erkenntnisse über den Einstieg der H. Kori GmbH und von J. A. Topf & Söhne als Mittäter in den nationalsozialistischen Verbrechen

Sophie-Marie Hohmann: Chronik der Firma H. Kori GmbH und ihrer Mittäterschaft

Gerd Kühling, Irene von Götz, Marie Becker:

Die Markierung von Täterorten – Erinnerungsprozesse auf lokaler Ebene

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Titel
Die H. Kori GmbH
Eine Berliner Ofenbaufirma und der nationalsozialistische Massenmord
Autor/innen
ISBN
978-3-95565-411-5 9783955654115
Erschienen
2022
Bindung
Klappenbroschur
Seiten
240
Abbildungen
54 (Abb.)
Format
16 × 23 cm (B × H)
Sprache
Deutsch

Pressestimmen

Besprochen bei junge Welt, 27. August 2022 

»Der industrielle Massenmord an den Juden war in der Nazizeit auch deswegen möglich, weil Wirtschaftsunternehmen die notwendigen Einrichtungen bauten, Materialien stellten, die Technik lieferten. […] Sie agierten nicht fernab, sondern mitten in der Gesellschaft, mitten in Berlin. Ein solches Unternehmen ist der Ofenbauer H. Kori GmbH aus Schöneberg.« Tagesspiegel, 13. Dezember 2022 

Während die Erfurter Firma Topf & Söhne als 'Ofenbauer von Auschwitz' spätestens seit der Eröffnung eines gleichnamigen Erinnerungsortes am ehemaligen Unternehmensstandort im Jahr 2011 einer breiteren Öffentlichkeit bekannt ist, trifft dies auf das Berliner Pendant, die H. Kori GmbH, nicht zu. Dabei war das Familienunternehmen mindestens genauso tief in die nationalsozialistischen Massenmorde verstrickt: Seit Ende 1939 plante, baute und lieferte Kori Leichenverbrennungsöfen sowohl für verschiedene T4-Tötungsanstalten als auch für zahlreiche Konzentrations- und Vernichtungslager. ZfG 11/2023 

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