Cover von Verbannung

Verbannung

Erinnerungen in Trümmern

Jüdische Spuren Bd. 3
Luis S. Krausz erzählt in seinem Roman "Verbannung" von der Vielschichtigkeit seiner jüdisch-österreichischen Herkunft sowie von den komplizierten Beziehungen seiner Familie sowohl zur brasilianischen Gesellschaft als auch zur deutschsprachigen Welt bzw. zu dieser als „geistiger Heimat“. "Verbannung" bezieht sich einerseits auf die Auswanderung der Wiener Juden und andererseits auf das permanente Gefühl der Entfremdung, das zu einer Idealisierung der verlorenen Heimat und zugleich in Einsamkeit und Isolation führt. In den Erinnerungen an eine verschollene Kultur entsteht eine erträumte Ersatz-Heimat. Die Suche nach einer Identität in der Fremde setzt sich auch in der zweiten und dritten Generation einer Einwandererfamilie fort. Die jüdisch-brasilianische Gesellschaft, die vom osteuropäischen Judentum und vom Zionismus stark geprägt ist, wirkt oft unverständlich und unwirtlich. Unter den Nachbarn sind zudem viele ehemalige Nazis, die kurz nach Kriegsende nach Südamerika geflüchtet sind. In unmittelbarer Nähe des Familienhauses werden in den 1970er und 1980er Jahren Kriegsverbrecher wie Franz Wagner und Josef Mengele ausfindig gemacht. Doch Krausz erzählt weder melodramatisch noch melancholisch. Vielmehr „spielt die Ironie eine entscheidende Rolle in den Beschreibungen der Ambivalenzen und Spannungen, die den Roman prägen“, sagt der Literaturkritiker Heitor Ferraz de Mello über das Buch. „Verbannung ist ein außerordentlich gut geschriebener Roman, der einen faszinierenden Einblick in einen Teil bisher unbekannten jüdischen Lebens in Lateinamerika eröffnet“, urteilt Steve Sadow.
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Titel
Verbannung
Erinnerungen in Trümmern
Autor/innen
ISBN
978-3-942271-81-3 9783942271813
Erschienen
2013
Bindung
Klappenbroschur
Seiten
168
Format
11.4 × 19.1 cm (B × H)
Sprache
Deutsch
Original
Portugiesisch
Übersetzung
Manfred von Conta
Reihe

Pressestimmen

Eine klare und direkte Sprache, ein schnörkelloser, unverblümter Schreibstil - all das macht 'Verbannung' zu einem stimmigen Zeitzeugnis gegen das Vergessen in unseren Tagen. Es sind Erinnerungsstücke wie der vorliegende Roman, die Hoffnung bereiten auf ein besseres Miteinander der Völker und Kulturen in der Zukunft. Dazu trägt Krausz seinen Teil bei - ein Mosaikstein unter den vielen Stimmen, die die dunklen Seiten der Geschichte erhellen. Vor diesem Hintergrund ist der Roman auf alle Fälle lesenswert.
Latizón TV, 10. März 2015

Verbannung beleuchtet ein in Europa fast unbekanntes Phänomen: das Über- und Weiterleben jüdischer Österreicher im lateinamerikanischen Exil.
Moacir Amâncio

Bericht auf Deutsche Welle, 18. März 2013

Schon jetzt eine Art Geheimtipp, könnte es zur grossen Entdeckung dieser Buchmesse werden, eine Geschichte der Migration zwischen Europa und Brasilien unter dem Zeichen der Avantgarde.
Nova Cultura, April 2013

Bericht von Bettina Gutiérrez: http://titelblog.de/#post168

Beitrag mit und über Luis Krausz vom ORF am 29. April 2013: http://oe1.orf.at/artikel/338651

Die psychologisch geschulte Sensibilität des Autors, seine präzise Beobachtungsgabe und seine Fähigkeit, das Wahrgenommene in einer ganz eigenen, dem Beschriebenen absolut adäquaten Sprache zu vermitteln, machen 'Verbannung' zu einer ganz besonderen Lektüre.
ila, Mai 2013

Die Schilderung der Schicksale jüdischer Emigranten in Brasilien, der Schrecken und Absurditäten der Verbannung hat eine Dichte, die mich mehr und mehr fesselte, und festhielt.
Quetzal Leipzig Lateinamerika-Verein, Juni 2013

Es ist ein langsames Erzählen, mäandernd, abschweifend in andere Zeiten und Welten, wo Autobiografisches und Fiktion sich vermischen ... Man wünschte sich, einen Stadtplan zur Hand zu haben, um den verschlungenen Wegen des Erzählers folgen zu können.
Süddeutsche Zeitung, 19. August 2013

Der umfassend belesene Autor kennt offensichtlich Stefan Zweigs 'Welt von gestern' ebenso genau wie seinen Chumasch. Er sinniert in einem der kürzesten, doch inhaltsreichsten Bücher, die mir je in die Finger gerieten, über [so] vieles.
tachles. Das jüdische Wochenmagazin Nr. 40, 4. Oktober 2013

Erwähnung in Spectrum, 5. Oktober 2013

Besprechung in sonntag/so.buch - digitales iPad-Magazin, 6.10.2013

Der Roman (eigentlich mehr eine autobiografische Erzählung) des 1961 geborenen Luis S. Krausz 'Verbannung – Erinnerungen in Trümmern' begibt sich in die Vielschichtigkeit seiner jüdisch-österreichischen Herkunft und erzählt von den komplizierten Beziehungen seiner Familie sowohl zur brasilianischen Gesellschaft als
auch zur deutschsprachigen Welt oder zu dieser als 'geistiger Heimat'. Die Tagespost, 10.10.2013

Europäische Kultur als Fetisch - Luís Krausz im Gespräch mit Albert von Brunn
Online nachzulesen unter novacultura.de

Pressebeitrag in: Illustrierte Neue Welt, Ausgabe 4 (2013), anlässlich des Brasilienschwerpunktes auf der Frankfurter Buchmesse

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