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Wem gehört Picassos „Madame Soler“?
Der Umgang des Freistaates Bayern mit einem spektakulären NS-Raubkunstfall
Studien zur Provenienzforschung Bd. 4
Selten hat sich ein deutsches Bundesland bei der Bearbeitung eines Raubkunstfalls so schwergetan wie der Freistaat Bayern im Falle der „Madame Soler“. Der Bankier und Kunstsammler Paul von Mendelssohn-Bartholdy hatte sich in den Anfängen des NS-Regimes von diesem Gemälde und anderen Picasso-Werken trennen müssen. Zum einen weigert der Freistaat sich, das Gemälde, das er für die „Bayerischen Staatsgemäldesammlungen“ 1964 unter mysteriösen Umständen erworben hat, der Erbengemeinschaft Mendelssohn-Bartholdy zu restituieren. Zum anderen lehnt er auch, was mittlerweile der eigentliche Skandal ist, eine Prüfung des Falles durch die „Beratende Kommission“ (Limbach-Kommission) ab, welche seit 2003 existiert und in Konfliktfällen vermitteln soll.
Preisinformation
Buch
24,90 €
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Produktinformation
Titel
Wem gehört Picassos „Madame Soler“?
Der Umgang des Freistaates Bayern mit einem spektakulären NS-Raubkunstfall
Verlag
Hentrich und Hentrich Verlag Berlin
ISBN
978-3-95565-538-9
Erschienen
2022
Bindung
Klappenbroschur
Seiten
186
Abbildungen
18 (Farb- und S/W-Abb.)
Format
16 × 23.3 cm (B × H)
Sprache
Deutsch
Reihe
Studien zur Provenienzforschung, Band 4
Kategorie
Thema
Pressestimmen
»„Der Skandal eines fortgesetzten Raubs“: Der Historiker Julius H. Schoeps arbeitet akribisch auf, wie Picassos „Madame Soler“ in den Besitz des Freistaats Bayern kam – und wie dieser die Rückgabe verweigert. Julius Schoeps’ Buch „Wem gehört Picassos ‚Madame Soler‘“ ist eine sorgfältige, alle Details berücksichtigende Darstellung eines der prominentesten Fälle von Raubkunst – von Raubkunst, an der sich auch die Bundesrepublik bereichert.« Frankfurter Rundschau, 8. August 2022
»Tatsächlich trennte sich Mendelssohn-Bartholdy von den […] Werken aus seiner Sammlung nicht ganz freiwillig. Nach der Machtergreifung der Nazis Ende Jänner 1933 verlor der Bankier zahlreiche seiner Funktionen und geriet zunehmend unter finanziellen Druck. Zwischen September 1933 und Februar 1934 gab er 16 seiner wertvollsten Bilder Kunsthändlern in der Schweiz und in Frankreich in Kommission. Durch die Verkäufe im Ausland wollte er an Mittel kommen, auf die die Nazis keinen Zugriff hatten, wie sein Großneffe, der Potsdamer Historiker Julius Schoeps, in einem aktuellen Buch darlegt. In Wem gehört Picassos ‚Madame Soler‘ rekonstruiert er die Geschichte der Sammlung und schildert auch als Sprecher der Erbengemeinschaft die Bemühungen, Ansprüche geltend zu machen.« Der Standard, 3. Januar 2023
Initiiert wurde und angeleitet wird das Projekt außer von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz auch von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Allerdings weigern sich ausgerechnet die Bayern seit nunmehr zwölf Jahren hartnäckig, die umstrittene Herkunft eines mutmaßlich NS-verfolgungsbedingt entzogenen Gemäldes aus ihrer Sammlung durch ein unabhängiges Gremium klären zu lassen. Berliner Zeitung, 21. Februar 2023
Da es in Deutschland aktuell nicht so aussieht, als würde in naher Zukunft ein Restitutionsgesetz auf den Weg gebracht oder die Prozesse der Limbach-Kommission reformiert (hin zu einem auch einseitigen Anrufungsrecht), bleibt nur der Weg der öffentlichen Debatte. Deutsche Welle, 2. März 2023
Besprochen in: Jüdisches Europa, März 2023
Besprochen in: Süddeutsche Zeitung, 28. März 2023
Restitutionsdebatten um kleine Dinge und Meisterwerke, Kunstchronik, Juli 2023
Schoeps recherchiert akribisch, gliedert und formuliert anschaulich, fügt Dokumente ein wie die 2011 vom damaligen Chef der Staatsgemäldesammlungen, Klaus Schrenk, unterzeichnete Ablehnung der Anrufung der Kommission. Die Lektüre dürfte eine breite Leserschaft fesseln und manche zutiefst berühren: ob sie sich mehr für den Umgang mit Picasso-Werken und die Wertschöpfungskette interessieren oder für ein jüdisches Familienschicksal, das die Nazis ex negativo entscheidend prägten. Jüdische Allgemeine, 19. August 2023
Pablo Picasso – allein dieser Name reicht in der Regel, um für Aufmerksamkeit in der Kunstwelt zu sorgen. Und so erstaunt es nicht, dass ein Picasso nun zum Synonym geworden ist für Deutschlands Umgang mit NS-Raubkunst. Es geht um das Gemälde 'Madame Soler' von 1903, Teil der Blauen Phase des Künstlers, zu sehen in der Pinakothek der Moderne in München. Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen wünschen, dass dies auch so bleibt. Um Raubkunst handele es sich bei dem Gemälde nicht. Der Historiker Julius H. Schoeps sieht das ganz anders. Das Gemälde habe eindeutig seinem Großonkel gehört: dem deutsch-jüdischen Bankier und Kunstsammler Paul von Mendelssohn-Bartholdy. Deutsche Welle, 18. September 2023
Der größte Gewinn des Buches liegt in den allgemeinen Betrachtungen des Verfassers zum Thema Rückgabe von NS-entzogenem Raubgut, in denen er noch einmal prägnant zusammenfasst, woran die Debatte seit vielen Jahren krankt: an der mangelnden Bereitschaft der Museen und privaten Kunstbesitzer, sich an der Restitution von zumeist jüdischen geraubten Kunstwerken aus eigener Initiative zu beteiligen. Jahrbuch für Exilforschung 41/2023
Wem gehört Picassos Madame Soler? – Jüdische Erben fordern von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen die Herausgabe des wertvollen Gemäldes. Capriccio über einen Kunstkrimi – und die Frage nach Recht und Gerechtigkeit. BR Fernsehen, 26. Oktober 2023
»Tatsächlich trennte sich Mendelssohn-Bartholdy von den […] Werken aus seiner Sammlung nicht ganz freiwillig. Nach der Machtergreifung der Nazis Ende Jänner 1933 verlor der Bankier zahlreiche seiner Funktionen und geriet zunehmend unter finanziellen Druck. Zwischen September 1933 und Februar 1934 gab er 16 seiner wertvollsten Bilder Kunsthändlern in der Schweiz und in Frankreich in Kommission. Durch die Verkäufe im Ausland wollte er an Mittel kommen, auf die die Nazis keinen Zugriff hatten, wie sein Großneffe, der Potsdamer Historiker Julius Schoeps, in einem aktuellen Buch darlegt. In Wem gehört Picassos ‚Madame Soler‘ rekonstruiert er die Geschichte der Sammlung und schildert auch als Sprecher der Erbengemeinschaft die Bemühungen, Ansprüche geltend zu machen.« Der Standard, 3. Januar 2023
Initiiert wurde und angeleitet wird das Projekt außer von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz auch von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Allerdings weigern sich ausgerechnet die Bayern seit nunmehr zwölf Jahren hartnäckig, die umstrittene Herkunft eines mutmaßlich NS-verfolgungsbedingt entzogenen Gemäldes aus ihrer Sammlung durch ein unabhängiges Gremium klären zu lassen. Berliner Zeitung, 21. Februar 2023
Da es in Deutschland aktuell nicht so aussieht, als würde in naher Zukunft ein Restitutionsgesetz auf den Weg gebracht oder die Prozesse der Limbach-Kommission reformiert (hin zu einem auch einseitigen Anrufungsrecht), bleibt nur der Weg der öffentlichen Debatte. Deutsche Welle, 2. März 2023
Besprochen in: Jüdisches Europa, März 2023
Besprochen in: Süddeutsche Zeitung, 28. März 2023
Restitutionsdebatten um kleine Dinge und Meisterwerke, Kunstchronik, Juli 2023
Schoeps recherchiert akribisch, gliedert und formuliert anschaulich, fügt Dokumente ein wie die 2011 vom damaligen Chef der Staatsgemäldesammlungen, Klaus Schrenk, unterzeichnete Ablehnung der Anrufung der Kommission. Die Lektüre dürfte eine breite Leserschaft fesseln und manche zutiefst berühren: ob sie sich mehr für den Umgang mit Picasso-Werken und die Wertschöpfungskette interessieren oder für ein jüdisches Familienschicksal, das die Nazis ex negativo entscheidend prägten. Jüdische Allgemeine, 19. August 2023
Pablo Picasso – allein dieser Name reicht in der Regel, um für Aufmerksamkeit in der Kunstwelt zu sorgen. Und so erstaunt es nicht, dass ein Picasso nun zum Synonym geworden ist für Deutschlands Umgang mit NS-Raubkunst. Es geht um das Gemälde 'Madame Soler' von 1903, Teil der Blauen Phase des Künstlers, zu sehen in der Pinakothek der Moderne in München. Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen wünschen, dass dies auch so bleibt. Um Raubkunst handele es sich bei dem Gemälde nicht. Der Historiker Julius H. Schoeps sieht das ganz anders. Das Gemälde habe eindeutig seinem Großonkel gehört: dem deutsch-jüdischen Bankier und Kunstsammler Paul von Mendelssohn-Bartholdy. Deutsche Welle, 18. September 2023
Der größte Gewinn des Buches liegt in den allgemeinen Betrachtungen des Verfassers zum Thema Rückgabe von NS-entzogenem Raubgut, in denen er noch einmal prägnant zusammenfasst, woran die Debatte seit vielen Jahren krankt: an der mangelnden Bereitschaft der Museen und privaten Kunstbesitzer, sich an der Restitution von zumeist jüdischen geraubten Kunstwerken aus eigener Initiative zu beteiligen. Jahrbuch für Exilforschung 41/2023
Wem gehört Picassos Madame Soler? – Jüdische Erben fordern von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen die Herausgabe des wertvollen Gemäldes. Capriccio über einen Kunstkrimi – und die Frage nach Recht und Gerechtigkeit. BR Fernsehen, 26. Oktober 2023
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