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Leo Schidrowitz
Autor und Verleger, Sexualforscher und Sportfunktionär
Jüdische Miniaturen Bd. 167
Leo Schidrowitz (1894–1956) ist ein Multitalent: Er verfasst Bücher und Essays kultur- und kunstkritischen Inhalts und etabliert sich als einer der umtriebigsten Verleger der ersten österreichischen Republik, der Texte von Victor Hugo ebenso bearbeitet, wie er die Romane Hugo Bettauers verlegt. Ab dem Ende der 1920er Jahre wendet er sich der Sexualforschung zu, publiziert eine Sittengeschichte der Kulturwelt und ein Bildlexikon der Erotik. Zugleich betätigt er sich als Fußballfunktionär beim SK Rapid in Wien. Als Jude und „Pornograph“ doppelt gefährdet, muss er elf Jahre im brasilianischen Exil verbringen. Nach seiner Remigration wird er „Propagandareferent“ des Österreichischen Fußballbunds. Schidrowitz kann sowohl als Repräsentant eines assimilationswilligen jüdischen Bürgertums als auch als Vorläufer einer alltagsorientierten Kulturwissenschaft angesehen werden.
Priceinformation
Book
8.90 €
incl. VAT
excl. shipping costs*
Product information
Title
Leo Schidrowitz
Autor und Verleger, Sexualforscher und Sportfunktionär
Verlag
Hentrich und Hentrich Verlag Berlin
ISBN
978-3-95565-093-3
Appearance
2015
Binding
Paperback
Pages
84
Figures
18
Format
11.5 × 15.5 cm (W × H)
Language
German
Series
Jüdische Miniaturen, Volume 167
Category
Press comments
Es ist das Verdienst des kleinen Buchs von Matthias Marschik und Georg Spitaler, auf die vielen Facetten des Lebens und der Aktivitäten von Schidrowitz erstmals systematisch und genau recherchiert hinzuweisen. Vor dem geistigen Auge der Leser formiert sich bei der durchaus anregenden Lektüre anhand der Biografie ein Bild, vor allem der Stadt Wien der Zwischenkriegszeit. Es erhellt die komplexen Mechanismen der sozialen und kulturellen Konstruktion 'des Jüdischen' und macht die Eingebundenheit des Spektakels Fußball in das Geflecht hoch- und populärkultureller Praxen sichtbar.
ballesterer. Fußballzeitschrift Nr. 108 (2016)
Schidrowitz verbrachte während des Deutschen Reiches zehn Jahre lang im brasilianischen Exil, sein Institut wurde bald nach dem 'Anschluss' von den neuen Machthabern geschlossen. Er ist ein Beispiel dafür, dass Begriffe wie 'Wiener Jude' das Leben eines Menschen nur unzureichend beschreiben und dass das 'typisch Jüdische' eine unstete, je nach Fremd- und Selbstbild sowie historischem Kontext variierende Zuschreibung darstellt. Auch aus diesem Blickwinkel mag ein Buch über Schidrowitz gerade in der heutigen Zeit, da ethnische bis religiöse Kategorisierungen wieder als Waffe dienen, eine lohnende Lektüre sein.
Falter. Wiener Stadtzeitung Nr. 51 (2015)
Matthias Marschik und Georg Spitaler haben trotz einer schmalen Quellenlage Überraschendes über ein fast vergessenes Multitalent zusammengetragen. (...) Es ist erstaunlich, was der Autodidakt Schidrowitz in seinem Leben alles zu Wege brachte. Und vieles liegt sicher trotz des verdienstvollen Buches noch im Dunkeln.
Marginalien. Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie H. 219, Jg. 3/2015
ballesterer. Fußballzeitschrift Nr. 108 (2016)
Schidrowitz verbrachte während des Deutschen Reiches zehn Jahre lang im brasilianischen Exil, sein Institut wurde bald nach dem 'Anschluss' von den neuen Machthabern geschlossen. Er ist ein Beispiel dafür, dass Begriffe wie 'Wiener Jude' das Leben eines Menschen nur unzureichend beschreiben und dass das 'typisch Jüdische' eine unstete, je nach Fremd- und Selbstbild sowie historischem Kontext variierende Zuschreibung darstellt. Auch aus diesem Blickwinkel mag ein Buch über Schidrowitz gerade in der heutigen Zeit, da ethnische bis religiöse Kategorisierungen wieder als Waffe dienen, eine lohnende Lektüre sein.
Falter. Wiener Stadtzeitung Nr. 51 (2015)
Matthias Marschik und Georg Spitaler haben trotz einer schmalen Quellenlage Überraschendes über ein fast vergessenes Multitalent zusammengetragen. (...) Es ist erstaunlich, was der Autodidakt Schidrowitz in seinem Leben alles zu Wege brachte. Und vieles liegt sicher trotz des verdienstvollen Buches noch im Dunkeln.
Marginalien. Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie H. 219, Jg. 3/2015
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