Der Fall Foerster

Die deutsch-japanische Maschinenfabrik in Tokio und das Jüdische Hilfskomitee

W. R. Foerster war einer der führenden Industriellen Japans. In seiner Fabrik, der NICHIDOKU KIKAI SEISAKUJO, beschäftigte er während der Zeit des Nationalsozialismus eine beträchtliche Anzahl jüdischer Flüchtlinge aus Deutschland und den besetzten Gebieten. Mithilfe des „Jüdischen Flüchtlingskomitees“ sorgte Foerster für alle notwendigen Einreiseformalitäten und übernahm die anfallenden Reisekosten. Aufgrund seines Widerstandes wurde er im Mai 1943 auf Veranlassung deutscher Stellen, unter dem Vorwand der Spionage zu Gunsten der Sowjetunion, verhaftet und gefoltert. Anhand noch verfügbarer Akten wird sein Leben erstmals rekonstruiert. Dem Autor gelingt es, das Geflecht aus Lügen und Desinformation ehemaliger deutscher NS-Beamter, dem sich Willi Foerster bis zu seinem Tod 1966 ausgesetzt sah, zu durchbrechen. 

 

„Von 1932 bis 1940 lebte ich in Tokio, Japan, wo ich Mitglied des Jüdischen Flüchtlingskomitees war. […] Herr Foerster war zu allen Zeiten ein entschiedener NS-Gegner. Viele Jahre beschäftigte er, gegen heftige Opposition der NSDAP in Tokio, etliche jüdische Flüchtlinge in seiner Fabrik und widerstand dem von der Tokioter NSDAP und einigen japanischen Regierungsbehörden, die die NS-Ziele unterstützten, ausgeübten Druck.“ Hans Alexander Straus

 

„Aus dem Kreis meiner eigenen [jüdischen] Freunde ist mir eine große Zahl von Fällen bekannt, in denen Herr Foerster generöse Hilfe gewährte. Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Ingenieur und Manager machten ihn zu einem führenden Industriellen Japans.“ Dr. Ernst Wittenberg

 

„Es war in hohem Maße sein Verdienst, dass wir das Lager lebend verließen.“ Oberin Sr. Sterre du Lic, Our Lady of Angels Convent



Clemens Jochem
Der Fall Foerster
Die deutsch-japanische Maschinenfabrik in Tokio und das Jüdische Hilfskomitee
Sprache: Deutsch
262 Seiten, Klappenbroschur
10 Abbildungen
ISBN: 978-3-95565-225-8
19,90 €