„und dürfen das Krankenhaus nicht mehr betreten“

Der Ausschluss jüdischer und politisch unerwünschter Ärzte und Ärztinnen aus dem Berliner städtischen Gesundheitswesen 1933–1945

Unmittelbar nach der NS-Macht­übernahme kam es auch in der Gesundheitspo­litik und im öffentlichen Gesund­heitswesen zu tiefgreifenden Um­brüchen. Auf der Grundlage des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ vom 7. April 1933 wurden jüdische und politisch missliebige Ärztinnen und Ärzte aus dem staatlichen und kommunalen Gesundheits­wesen entfernt. Die Entlassungen bildeten den Auftakt zu einer Politik systematischer Entrechtung und ökonomischer Ausgrenzung, die 1938 mit dem Entzug der Approbation für alle jüdischen Mediziner einen vorläufigen Schlusspunkt fand. Zahlreiche Ärztinnen und Ärzte mussten emigrieren, töteten sich selbst oder wurden schließlich Opfer der Shoah.
Im Rahmen eines Forschungs­projekts der Historischen Kom­mission zu Berlin recherchierten die Autoren die Schicksale von rund 450 verfolgten Ärztinnen und Ärzte in städtischen Berliner Krankenhäusern und Gesund­heitseinrichtungen, die in die­sem Gedenkbuch und in einer Online-Datenbank nun der Öf­fentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Das Projekt wurde angeregt durch die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales Berlin und von der Historischen Kom­mission zu Berlin in Zusammen­arbeit mit dem Landesarchiv Berlin, dem Institut für Ge­schichte der Medizin der Charité und dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien durchgeführt.



Susanne Doetz, Christoph Kopke
„und dürfen das Krankenhaus nicht mehr betreten“
Der Ausschluss jüdischer und politisch unerwünschter Ärzte und Ärztinnen aus dem Berliner städtischen Gesundheitswesen 1933–1945
Sprache: Deutsch
632 Seiten, Hardcover
200 Abbildungen
ISBN: 978-3-95565-031-5
39,00 €